Grüne möchten Biotopvernetzung endlich voranbringen

„Ich gehe davon aus, dass weiterhin ein Interesse an der Erarbeitungeiner Biotopvernetzungskonzeption besteht,“ stellt Adolf Härdle in seiner Funktion alsMitglied im gemeinsamen Ausschuss der vVg Hockenheim fest. Nach mehrerenvergeblichen mündlichen Nachfragen wandte sich Härdle schließlich in einem Schreiben an den Vorsitzenden des gemeinsamen Ausschusses, Oberbürgermeister Dieter Gummer, und bat darum sich mit den Bürgermeisterkollegen der Nachbargemeinden ins Benehmen zu setzen und zeitnah die Terminierung einer Sitzung des projektbegleitenden Arbeitskreises anzuberaumen.Hintergrund ist: Bereits am 19. März 2014 beauftragte der gemeinsame Ausschusses der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft in einer Sitzung das Büro Planung + Umwelt aus Stuttgart mit der „Erarbeitung einer Biotopvernetzungskonzeption“ auf dem Gebiet der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Hockenheim –Reilingen -Altlußheim – Neulußheim.Grundsätzlich habe man Verständnis dafür, teilen die Grünen in ihrer Pressemitteilung mit, dass Verfahrensabläufe und Mindestinhalte einer Biotopvernetzungskonzeption mit der Unteren Landwirtschaftsbehörde und den beteiligten Kommunen abzustimmen waren. Die Mitglieder des projektbegleitenden Arbeitskreises, die eine abgestimmte Umsetzung der Biotopkonzeption ermöglichen sollen, seien inzwischen bestimmt. Nach Anlaufschwierigkeiten fand dann am 15. Februar 2017 die erste Sitzung des Arbeitskreises zur Biotopvernetzungskonzeption statt, bei der die Bereitschaft aller Beteiligten zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu erkennen war. Seit dieser Zeit gebe es keine schriftliche Rückmeldung über den Stand des Verfahrens und über das weitere Vorgehen, bedauern die Grünen.Die eingetretenen wirtschaftlichen, verkehrlichen, demografischen und strukturellenVeränderungen erforderten eine 1. Fortschreibung des Flächennutzungsplans 2020 der Verwaltungsgemeinschaft. Hierbei stand insbesondere der „Nutzungsgedanke“ im Vordergrund. Eine Biotopvernetzungskonzeption verfolge hingegen neben einer „menschenwürdigen Umwelt“ vorrangig die „natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und weiter zu entwickeln“, heisst es weiter.„Die Biotopvernetzungskonzeption stellt eine Chance dar, der Kulturlandschaft ein Gesicht zu geben“, so die Auffassung der Grünen im Horan.Die über 7054 ha umfassenden Gemarkungsflächen der Verwaltungsgemeinschafterfahren vielfältige Nutzungen. Laut den statistischen Erhebungen stehen über 1694 ha Bauflächen, Siedlungs- und Verkehrsflächen mit zunehmender Tendenz 3081 haLandwirtschaftliche Nutzflächen mit abnehmender Tendenz gegenüber. Die Ausweisung von Baugebieten fordere seinen Tribut. Ausgleichsflächen und die vermehrte Inanspruchnahme wertvoller landwirtschaftlicher Flächen seien die Folge. Die Kulturlandschaft in der Verwaltungsgemeinschaft weise grundsätzlich einen beachtlichen Anteil von Landschafts- und Naturschutzgebieten aus, jedoch seien die Biotope seltener geworden und damit weitgehend isoliert. Eine Vernetzung könne erfolgen durch gezielte Vergrößerung von Biotopen in Richtung auf Nachbarbiotope und die Anlage von Korridorbiotopen, die von den betreffenden Arten zumindest durchwandert werden können. Die Errichtung von Trittsteinbiotopen verringere den Abstand zwischen den Lebensräumen auf eine für maßgebliche Arten überwindbare Entfernung.Der Hardtwald im Bereich der HoRAN-Gemeinden ist durch die Kraichbachniederung und die A6 zerschnitten. Hier wäre die Wirksamkeit von Trittsteinbiotopen oder Gehölzstreifen zu prüfen. In der Rheinniederung von Hockenheim und Altlußheim gebe es große, offenbar zunehmende Laubfroschpopulationen, mutmaßlich Knoblauchkröten und andere Amphibienarten. Die Amphibienvorkommen sind jedoch durch den Hochgestadesporn von Alt- und Neulußheim und durch verschiedene Straßen getrennt.Die Hochgestaderänder stellten von Natur aus große, zusammenhängendeTrockenbiotopsysteme dar. Dieser Zusammenhang ist durch Siedlungs- und Straßenbau an vielen Stellen verloren gegangen. Einen Überblick über die aktuell funktionsfähigen und die noch reaktivierbaren Trockenbiotopverbindungen gibt es bislang nicht.Die Horan-Grünen erwarten, dass dem Vorhaben einer gemarkungsübergreifendenBiotopvernetzungskonzeption künftig erste Priorität eingeräumt und vor denSommerferien eine Arbeitskreis-Sitzung durchgeführt wird.Der projektbegleitende Arbeitskreis könnte bei der Umsetzung derBiotopvernetzungskonzeption eine wichtige Aufgabe übernehmen. Das gemeinsameGespräch und der fachliche Austausch aller Beteiligten sind dabei anzustreben.Was fehlt an diesem Wirtschaftsweg? Richtig! Bäume!

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