„Plätze sind auch Orte der Kommunikation“

Winkelgasse: Eine rundum gelungene Quartierplanung – Der Grundsatz Innenentwicklung vor Außenentwicklung hat sich bewährt

Treffpunkt Winkelgasse: Sitzgelegenheiten, ansprechendes Begleitgrün laden zur Kommunikation ein, Baumpflanzungen sorgen für Atmosphäre, ein planerisch gut gestalteter Erschließungsweg führt zu der Bebauung in zweiter Reihe, Parkplätze sind ebenso ausgewiesen. „Dies ist ein gutes Beispiel einer rundum gelungenen Quartierplanung.“, stellten die Tourteilnehmer gleich zu Beginn der Kleinen „Tour de Hoggene“ anerkennend fest.

Adolf Härdle konnte von sehr schwierigen und langen Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern berichten, die 2007 erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten. In den folgenden Jahren gelang es, gemeinsam mit der Verwaltung, dem Gemeinderat und vor allem mit den Grundstückseigentümern den Innenblock „Rathausstraße-Jahnstraße-Luisenstraße“ zu erschließen.

„Offensichtlich fühlen sich die Anwohner in diesem Quartier daheim“, freuten sich Härdle und sein langjähriger Stadtratskollege Michael Behr über das heutige Ergebnis. 

Härdle, der die Tour federführend vorbereitet hatte, wies eingangs auf die Hintergründe hin, warum sich die Verwaltung und der Gemeinderat für das Bauen in zweiter Reihe entschlossen hatten. 

In der Entwicklungsperiode 1989 bis 2008 nahm in Hockenheim der Flächenbedarf für Siedlung und Verkehr von 688 ha auf 993 ha um 44,3 Prozent überproportional zu. Hauptverursacher waren zunächst Verkehrsflächen (B 36, B 39, Schnellbahn und Rheintaltrasse), später Siedlungsflächen (Neugärten- Biblis, Hockenheim Süd, Biblis 2. und 3. Gewann). Es galt dem extensiven Flächenverbrauch Einhalt zu gebieten. 

Laut der Statistik habe sich die Zahl der Einwohner seit 1950 bis 2019 auf 21.850 verdoppelt und Hockenheim entwickelte sich zu einer Kleinstadt, immer noch ländlich geprägt, mit Grün durchzogenen Baugebieten, einem guten Arbeitsplatzangebot und  einer vielfältigen Bildungslandschaft, heisst es in der Pressemitteilung der Grünen weiter. „Der Preis dafür ist ein Flächenverbrauch von nahezu 600 Hektar, was einem jährlichen Bedarf von mehr als 20 Fußballfelder für Straßen, Bau- und Gewerbegebiete entspricht“ , stellte Adolf Härdle nüchtern fest. Dies könnte die kommunal Verantwortlichen, Umweltverbände und die Bürger in Hockenheim durchaus nachdenklich stimmen.

„Am Bachrain“, einem der schönsten Wohngebiete in Hockenheim, angekommen, verdeutlichte Härdle wie wichtig es ist, mit den Grundstückseigentümern gut zu kommunizieren. Schließlich gelang auch hier unter Berücksichtigung eines zum Kraichbach hin freien Streifens die Erschließung vorzunehmen.

Andauernder Nieselregen konnte die wetterfesten Rad-Tourteilnehmer nicht aufhalten, so führte der Weg weiter zum Gewann „Auf den Mühlgärten“. Dieser Bereich war bereits in der Vergangenheit Gegenstand von Entwicklungsplanungen und kann im Zusammenhang mit einer ganzheitlichen Stadtentwicklungsplanung eine Rolle spielen, wagte Härdle einen Blick in die Zukunft. 

„Stadtquartierentwicklung unter Berücksichtigung der Umwelt und mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist den Grünen ein wichtiges Anliegen.“, betonte Oliver Grein und freute sich über die vielen Wünsche und Vorschläge der Anwohner am „Eichendorffplatz“. 

Die Gelegenheit zu einem regen Austausch über eine mögliche gestalterische Aufwertung dieses Bereichs wurde reichlich genutzt. 

Das Anlegen einer Blühwiese wurde vorgeschlagen. Neben den bereits vorhandenen Bäumen am Rande des Platzes ist in der weiteren Fläche die Neuanpflanzung von Bäumen vorzusehen, war ein weiterer Wunsch. „Plätze sind auch Orte der Kommunikation“ meinte Grein. Er schlug in dem Zusammenhang vor, bei einer Neugestaltung den  Kommunikationsbereich aufzuwerten. Eine lebhafte Diskussion entstand. 

Als Fazit stellen die Grünen fest: Der Grundsatz Innenentwicklung vor Außenentwicklung hat sich bewährt und ist im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung aufrechtzuerhalten. 

Das Schließen von Baulücken im innerörtlichen Bereich und in bestehenden Bebaungsgebieten habe Vorrang. Neue Beteiligungsformen, eine weitreichende Transparenz der Stadtentwicklungsplanung und kommunalpolitischer Prozesse, wie im Stadtmarketing- und Stadtentwicklungskonzept vorgesehen, könnten nach Auffassung der Grünen die Akzeptanz und Identifikation der Bürger mit ihrer Heimatstadt erhöhen.

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