Grüne befassen sich mit E-Mobilität und Kommunalen Mobilitätskonzepten

Mit der Gründung der Nationalen Plattform für Elektromobilität (NPE) ist die Bundesregierung 2009 mit dem Ziel angetreten Deutschland bis 2020 zum Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromoblität zu entwickeln. 1 Million Fahrzeuge sollten auf die Straße gebracht werden. Dieses Ziel wird nicht mehr zu erreichen sein.
Feststellungen wie „Die E-Mobilität hat ausgedient und die Digitalisierung ist der Weg in die Zukunft“ war für die Hockenheimer Grünen Grund genug sich mit dem Thema E-Mobilität und kommunalen Möbilitätskonzepten näher zu befassen.

Hat die E-Mobilität ausgedient?

Fraktionssprecher Adolf Härdle erinnerte daran, dass es seit 2013 auch in Hockenheim Bestrebungen gebe, den als „weltweit bekannte Motorsportmetropole“ beworbenen Hockenheim-Ring, nachhaltig und innovativ aufzustellen. Mit dem Bebauungsplan „Sondergebiet Hockenheimring 1“ wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, konkrete Projekte warten allerdings auf ihre Verwirklichung. Hemmnisse, etwa der Nachweis geeigneter forstlicher Ausgleichsflächen, seien noch zu beseitigen. Der Transformationsprozess in der baden-württembergischen Fahrzeugindustrie hin zu Elektromobiliät und Elektrofahrzeugen (Hybrid, Batterie, Brennstoffzelle) werde, so ist laut Grüne einer Landtagsanfrage zu entnehmen, mit Engagement vorangetrieben. Mit den Landesinitiativen Elektromobilität I und II wurden seit 2009 bereits etwa 80 Mio € für Struktur- und Projektmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Die 2010 gegründete Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie – e-mobil BW – sorge als Dachorganisation für die neue Mobilität in Baden-Württemberg und bringe die Megatrends Elektrifizierung und Digitalisierung der Mobilität zusammen.

Chancen für Hockenheim

Hier bieten sich auch für Hockenheim Chancen: Immerhin sei die emodrom GmbH, an der die Hockenheim-Ring GmbH mit 50 Prozent beteiligt ist, mit der Zielsetzung gestartet ein Kompetenz-, Informations- und Bildungszentrum aufzubauen. Zukunftsweisende Mobilitätskonzepte und Technologien standen dabei im Blickpunkt.
Dieser Ansatz entspreche grundsätzlich auch den Vorstellungen der Hockenheimer Grünen, die bereits im Jahr 2000 für eine unternehmerische Neuausrichtung weg von der Fokussierung auf die nicht mehr gewinnbringenden Motorsportveranstaltungen, eingetreten waren. Die Voraussetzungen für eine weitergehende nachhaltige Neuaufstellung des „alten „ Hockenheimrings müssten allerdings stimmen und werden noch in einem öffentlichen Meinungsbildungsprozess festzulegen sein.

Kommunales Mobilitätskonzept

Die Große Kreisstadt Hockenheim könne durch ein abgestimmtes noch zu entwickelndes Kommunales Mobilitätskonzept eine Vorreiterrolle einnehmen. „Der Zeitpunkt dafür ist günstig“, davon ist Härdle überzeugt, stehe doch die Fortschreibung  des Nahverkehrsplans RNK auf der Agenda des Landkreises und werde aktuell in den Kreisgremien unter Mitwirkung der Kommunen diskutiert.

Als lokaler Energieversorger könnten die Stadtwerke Hockenheim in Zusammenarbeit mit Unternehmen mit dem Aufbau eines Stromtankstellennetzes die Weichen für die Zukunft einer umweltfreundlichen Mobilität stellen. Als Beispiel werden die Stadtwerke Gmünd genannt. Um das Ziel die Mobilitätssituation in Hockenheim und den umliegenden HoRAN-Gemeinden zu verbessern und weiter zu entwickeln, bieten sich die gemeinschaftliche Nutzung von Pkw und Car-Sharing und die Bildung von Fahrgemeinschaften, sogenanntes privates Car-Sharing, und ein örtliches Parkmanagement an. Die bereits bestehenden Angebote des VRN Verkehrsverbund Rhein-Neckar könnten genutzt werden, etwa das Fahrradverleihsystem, das VRNnextbike. Syngerieeffekte mit dem Gewerbegebiet Talhaus und dem Hockenheim-Ring könnten entstehen.

Bei der Neugestaltung des Straßenraumes in der Oberen-Haupt-Straße und in der Schwetzinger Straße wird den Bedürfnissen der Anwohner und der Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fahrradfahrer zu entsprechen sein. Die Stadt Hockenheim, seit 2014 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW), könne gemeinsam mit der Agendagruppe FahrRad im Sinne einer Fahrradfreundlichen Stadt die Optimierung des innerörtlichen Radwegenetzes forcieren und dabei auch auf das interkommunale Mobiltätskonzept Radverkehr RNK zurückgreifen.

Nach Vorstellung der Gemeinderatsfraktion der Grünen sollen sich noch vor der Sommerpause in einem ersten Schritt die kommunalen Gremien in Hockenheim mit dem Thema „Nahverkehrsplan und Kommunales Mobilitätskonzept“ befassen.

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