Grüne

Kreistag

Aus dem Kreistagswahlprogramm 2009

Für zukunftsfähige Gesundheitseinrichtungen im Kreis

„Vorbeugen ist besser als heilen“. Dieser Grundsatz ist zum Allgemeinwissen geworden. Die Realität hat gezeigt, dass präventive Maßnahmen nahezu wirkungslos sind, wenn sie von oben verordnet oder appellativ (Weniger fettreich essen! Weniger rauchen! Mehr bewegen!) vorgetragen werden. Vielmehr scheint Gesundheitsförderung dann wirkungsvoll zu sein, wenn sie einen festen Stellenwert im Lebensalltag der Menschen (Kindergarten, Schule, Arbeitsplatz) bekommt. Gesundheitsförderung muss auch auf Kreisebene zur Querschnittsaufgabe werden. Für die Hinführung zu einem gesunden, gewaltfreien und eigenverantwortlichen Leben bedarf es materieller und personeller Ressourcen. Wenn die Gesundheitsförderung in den kreiseigenen Betrieben, den Kindergärten und Schulen greifen soll, dann muss heute investiert werden.

Allgemeine Situation

Die GRN Gesundheitszentrum Rhein-Neckar gGmbH bietet für die Bürger/innen des Rhein- Neckar-Kreises mit seinen vier Kliniken der Grund- und Regelversorgung in Eberbach, Sinsheim, Schwetzingen und Weinheim eine umfassende Versorgung. Ein Kooperationsvertrag auf Augenhöhe mit der Uniklinik Heidelberg sorgt für Leistungen der Hochleistungsmedizin und Maximalversorgung. Die Akutversorgung im Krankenhaus wird ergänzt durch Rehabilitation für die ältere Generation in den drei geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen in Sinsheim, Schwetzingen und Weinheim, die Kurzzeitpflege bei den Krankenhäusern Schwetzingen und Eberbach und schließlich die Dauerpflege oder das Wohnen in den vier Altenheimen.
Mit über 3000 Mitarbeitern ist die GRN auch ein wichtiger Arbeitgeber im Rhein-Neckar-Kreis.

Strukturkommission

Die Beschlüsse der Strukturkommission, an denen alle Fraktionen ihren Anteil hatten, schafften - zumindest vorübergehend - Voraussetzungen für eine verbesserte Wirtschaftlichkeit und erhöhte Versorgungsqualität. Das Kreiskrankenhaus Eberbach konnte in seinem Bestand gesichert werden. Der Versorgungsauftrag für die Menschen in der Region, eine dauerhafte Forderung der Grünen, besteht weiterhin. Der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises hat in der Sitzung am 18.10.2005 beschlossen, den ehemaligen Eigenbetrieb Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises zum 01.06.2006 in eine gemeinnützige GmbH umzuwandeln. Dadurch stellten sich in gewissem Umfang steuerliche wie auch wirtschaftliche Vorteile ein. Allerdings ist es nicht gelungen, die Vertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Betriebsrat, in die Gremienarbeit mit einzubeziehen. Unternehmerische Entscheidungen der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats erfolgen oft ohne die notwendige Transparenz und Mitwirkungsmöglichkeit der Betroffenen.

Zukunftsfähigkeit der Kreiskrankenhäuser

In den Kreiskrankenhäusern werden weit reichende Baumaßnahmen getätigt, die die Zukunftsfähigkeit sichern sollen. Das Augenmerk liegt hierbei auf einer integrativen Versorgung unter „einem Dach“. Ob es gelingt, durch die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in kooperativer Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten die Versorgungsqualität für die Patienten zu verbessern, wird die Zukunft zeigen. Dass die finanziellen Probleme andauern, zeigen auch die bundesweiten Demonstrationen für eine bessere Ausstattung des Gesundheitssystems, an denen sich viele Bedienstete, Verwaltungsleiter, Geschäftsführer, Arbeitgeber und Gewerkschaften im Rhein-Neckar-Kreis beteiligten. Es herrscht große Einigkeit, dass die Versorgungsqualität und die Wirtschaftlichkeit der Kliniken sichergestellt werden müssen. Den Gesundheitseinrichtungen der GRN bleiben derzeit wenig finanzielle Spielräume. Der von der Politik aufgestellten Forderung "ambulant vor stationär" ist weiterhin Rechnung zu tragen. Dies führt allerdings zu einer Reduzierung der Verweildauer der Patienten, die in den Krankenhäusern inzwischen bei 6 bis 7 Tagen liegt. Daraus folgen neben einer zunehmend notwendigen Grundpflege bei veränderter Altersstruktur der Patienten erschwerte Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte. Die im Kreiskrankenhaus Schwetzingen eingerichtete ehrenamtliche Krankenhaushilfe, die so genannten Grünen Damen, die den Patienten unentgeltlich mehr Aufmerksamkeit und Zeit widmen sollen, ist grundsätzlich lobenswert. Die Arbeit der Pflegekräfte darf jedoch als Folge davon nicht auf die reine Funktionspflege reduziert werden, ihr Gespräch mit den Patienten ist weiterhin eine wichtige Voraussetzung für eine qualifizierte Pflege.

Schulkooperation

In diesem Zusammenhang kommt der Schulkooperation zwischen der GRN gGmbH und dem PZN (Psychiatrisches Zentrum Nordbaden) in Wiesloch eine große Bedeutung zu. Die dauerhafte Sicherung der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Personen für die Gesundheits-und Pflegeberufe, auch über die aktuell geplanten Schulplätze hinaus, konnte durch die Grünen erreicht werden.

Notfallambulanz

Die Notfallambulanz an den Kreiskrankenhäusern, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende, mit jährlich ca. 50.000 Notfällen erfordert ein Vorhalten von Fachpersonal und bindet zusätzlich finanzielle Ressourcen.

Gesundheitsreformgesetze

Die Gesundheitsreformgesetze mit der grundlegenden Veränderung des Vergütungssystems, die Reform der Pflegeversicherung und die unzulängliche Krankenhausförderung durch das Land Baden-Württemberg stellen den GRN vor große Probleme und engen die unternehmerischen Spielräume gravierend ein. Auf den jeweiligen Gesetzgeber, ob Land oder Bund, Einfluss zu nehmen und finanzielle Verbesserungen für den GRN zu erreichen, ist nur begrenzt möglich. Hier bieten sich Fraktionsübergreifende Initiativen an, zu denen die Grünen bereit sind.

Grüne Schwerpunkte sind:

Berufliche Bildung – Niemanden zurücklassen

Im Rhein-Neckar-Kreis soll niemand ohne Berufsausbildung bleiben. Deshalb steht für uns die berufliche Bildung nach wie vor im Mittelpunkt der Kreispolitik. Wichtig sind nicht nur eine vielfältige Bildungslandschaft, ein hoher Ausbildungsstandard und Lerninhalte, die den Anforderungen der Arbeitswelt von morgen entsprechen, sondern auch eine Berufschulpolitik, die den Jugendlichen in allen Teilen des Kreises gleiche Chancen bietet. Eine Abschottung der kreiseigenen Schulen gegenüber Schülerinnen und Schülern aus Nachbarkreisen der gemeinsamen Metropolregion, wie sie in der Vergangenheit von der Verwaltung favorisiert wurde, lehnen wir grundsätzlich ab. Die beruflichen Bildungsangebote an den sechs Standorten Schwetzingen, Sinsheim, Weinheim, Wiesloch, Eberbach und Hockenheim müssen auch in Zukunft weiter gefächert und modernisiert werden. Neben der angemessenen Ausbildung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Schultypen liegt uns dabei besonders die integrative Förderung derjenigen jungen Menschen, in der Mehrheit Kinder von Einwanderern, am Herzen, die nur geringe Chancen auf eine erfolgreiche Berufsausbildung haben. Durch verstärkte Kooperation zwischen Schulen, Schulträger, verschiedenen Institutionen und freien Trägern der Jugendhilfe, der Wirtschaft und den Arbeitsagenturen müssen neue Wege gefunden werden, auch leistungsschwächeren Jugendlichen den Übergang in eine Ausbildung zu ermöglichen. Besonders die SchülerInnen mit sonderpädagogischem Bedarf gilt es beim Übergang ins Berufsleben zu unterstützen. Grundvoraussetzung für eine zukunftsorientierte berufliche Bildung, sei es im dualen System, sei es in der Vollzeitschule, ist eine gute materielle wie personelle Ausstattung der Berufschulen. Was Sanierungen im Schulhausbau und Modernisierung von Fachräumen, Werkstätten und Lernmitteln betrifft, hat der Rhein-Neckar-Kreis zwar schon viel getan; Grund, sich zufrieden zurückzulehnen, besteht jedoch keineswegs. Für die Bereitstellung des pädagogischen Personals trägt der Kreis zwar nicht die Verantwortung; dennoch muss er sich bei den entsprechenden Stellen mit Nachdruck für eine angemessene Lehrerversorgung einsetzen. Nicht zuletzt gehört zu funktionierenden Bildungseinrichtungen auch eine durchlässige, offene Kommunikation zwischen allen am Bildungsprozess Beteiligten, also Schulleitung, Lehrerkollegium, Schülervertretung, Elternbeirat und Schulträger. Wir machen uns dafür stark, dass die in diesen Bereichen bestehenden Defizite behoben werden.

Grüne Schwerpunkte sind:

Ihre Meinung ?
Meinung
Zitat des Monats
Valid XHTML 1.0 Transitional